Die Karzinome, die vom Oberflächenepithel des Ovars ausgehen, machen ca. 86 %der malignen Ovarialtumoren aus und sind häufig zystisch-solid gebaut.
Die wichtigsten histologischen Typen sind das seröse (55 %), das muzinöse (10–5 %) und das endometrioide (10–25 %) Karzinom. Wesentlich seltener werden Klarzell-, Übergangszell- (maligner Brenner-Tumor) oder undifferenzierte Karzinome beobachtet.
Eine Sonderform des serösen Karzinoms stellt das sehr hoch differenzierte, aber dennochrelativ aggressiv wachsende mikropapilläre seröse Ovarialkarzinom dar (Burks R.et al., 1996). Beim endometrioiden Ovarialkarzinom können alle histologischen Typendes Endometriumkarzinoms vorkommen, also z. B. auch adenosquamöse Karzinomeoder maligne Müller’sche Mischtumoren. In ca. 15 % der Fälle ist gleichzeitig auch einendometrioides Karzinom des Corpus uteri zu finden.
Der Malignitätsgrad ist beim Ovarialkarzinom nur in frühen Stadien von klinischer Bedeutung. Im Allgemeinen unterscheidet man G1 (hochdifferenziert) bis G3 (geringdifferenziert), manchmal wird bei den gering differenzierten Tumoren noch zwischen G3 und G4 unterschieden.
Die Ausbreitung des Tumors über die Ovarien hinaus ist prognostisch wesentlich. Dies kann zytologisch durch Untersuchung von Aszites oder des durch Peritoneallavagegewonnenen Materials verifiziert werden. Der Befund fließt auch in das Staging ein (AGO-Flyer: Klassifikation maligner gynäkologischer Tumoren, 2008). Die Punktion eines zystischen Tumors zu diagnostischen Zwecken ist kontraindiziert wegen der Gefahr, dass sich durch die Eröffnung der Tumorkapsel Flüssigkeit mit Tumorzellen in die Bauchhöhle entleert. Die histologische Diagnose einer Carcinosis peritonei ist von wesentlicher klinischer Bedeutung. Von einem primären Peritonealkarzinom spricht man bei diffuser Infiltration des Peritoneums durch ein seröses Karzinommit Psammomkörpern. Die Ovarien sind dabei definitionsgemäß nicht oder aber nur oberflächlich befallen (eine Infiltration des Rindenstromas bis max. 5 mm ist zulässig).

