Das Plattenepithelkarzinom der Vulva breitet sich durch kontinuierliches Wachstum auf benachbarte Organstrukturen wie Vagina, Urethra, Klitoris und Anus aus. Am häufigsten metastasieren Vulvakarzinome in die oberflächlichen inguinalen Lymphkonten, gefolgt von den tiefen inguinofemoralen Lymphknoten unterhalb der Fascia cribriformis und sehr selten in die pelvinen Lymphknoten. In ca. 8–10 % von oberflächlich invasiven Vulvakarzinomen (d. h. Läsionen mit einer Invasionstiefe von > 1 mm, aber < als 3 mm) finden sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Lymphknotenmetastasen (Hacker et al., 1983). Bei mikroinvasiven Karzinomen, die eine Invasionstiefe von weniger als 1 mm zeigen, liegt die Wahrscheinlichkeit von Lymphknotenmetastasen deutlich unter 1 % (Farias-Eisner et al., 1994). Als lateral bezeichnete Läsionen, d. h. Veränderungen die > 1 cm neben einer gedachten Mittellinie von Klitoris, Ostium urethrae externum, hintere Kommissur und Anus liegen, metastasieren praktisch ausschließlich unilateral. Läsionen, die sich medial dieser gedachten Grenze befinden (mediale Läsionen), können in beide Inguinalregionen metastasieren. Eine hämatogene Disseminierung ist extrem selten.

