Manual der gynäkologischen Onkologie

V. Endometriumkarzinom

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5.1. Epidemiologie und Ätiologie

    Tab. 1: Klassifikation des Endometriumkarzinoms (WHO 2002)
    Tab. 1: Klassifikation des Endometriumkarzinoms (WHO 2002)

    Das Endometriumkarzinom ist der häufigste Tumor des weiblichen Genitaltrakts mit ca. 950 neu aufgetretenen Fällen/Jahr in Österreich und ca. 540 Todesfällen jährlich1. Insgesamt finden sich weltweit regionale Unterschiede in der Häufigkeit des Auftretens, wobei Nordamerika und die westeuropäischen Länder mit einer altersstandardisierten Inzidenz zwischen 9,9 und 15 Fällen pro 100.000 Frauen jährlich an der Spitze stehen. In Österreich sind sowohl die Inzidenz als auch die Mortalität des Endometriumkarzinoms über die letzten 20 Jahre in etwa konstant geblieben. 90 % der Fälle werden in einem Alter über 50 Jahre diagnostiziert, wobei 20 % der Endometriumkarzinome in der Prämenopause auftreten, bei 5 % der Patientinnen bereits vor dem 40. Lebensjahr. Dabei befinden sich 72 % der Fälle im Stadium I, 1 2% im Stadium II, 13 % im Stadium III und 3 % im Stadium IV2.

    Das Endometriumkarzinom lässt sich in 3 Typen einteilen (Tab.1)
    , wobei Typ-IKarzinome östrogenabhängig sind und häufiger bei jüngeren, adipösen oder perimenopausalen Frauen auftreten. Diese Tumoren zeigen gewöhnlich einen niedrigen Malignitätsgrad und entstehen auf dem Hintergrund einer Endometriumhyperplasie. Typ-I-Endometriumkarzinome repräsentieren mit 85 % die Mehrheit der Tumoren und sind histologisch meist als endometroide Karzinome differenziert. Typ-II-Karzinome treten meist bei älteren Patientinnen auf und sind als seröse oder klarzellige Karzinome mit einem höheren Malignitätsgrad differenziert. Typ-II-Tumoren stellen ca. 10 % der Tumoren dar. Als dritte Gruppe sind die familiären Endometriumkarzinome bzw. Endometriumkarzinome mit genetischer Disposition zu sehen oder sie treten im Rahmen eines Lynch-II-Syndroms auf, des hereditären nonpolypösen kolorektalen Karzinoms (HNPCC). Diese Gruppe repräsentiert bis zu 10 % der Endometriumkarzinome, wobei 5 % dem Lynch-II-Syndrom zuzuordnen sind3.