Manual der gynäkologischen Onkologie

V. Endometriumkarzinom

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5.6. Prognosefaktoren

    Folgende unabhängige Prognosefaktoren sind bisher bekannt: Stadium, histologische Entität, histologischer Typ, Differenzierungsgrad, primärer Tumordurchmesser, molekulare Marker, Rezeptorenstatus, ethnischer Hintergrund.
    Die nach Möglichkeit im Rahmen der Stagingoperation gesicherte Tumorausbreitung (Stadium), die histologische Entität und der Differenzierungsgrad, der Tumortyp, sowie primäre Tumorgröße, Lymphknotenbefall, Invasion von Lymph- und/oder Blutgefäßen fließen in die oben genannte klinische Risikoklassifizierung ein.
    Etwa 75 % der Endometriumkarzinome werden im Stadium I diagnostiziert. Mit zunehmender Myometriuminfiltration steigt die Wahrscheinlichkeit von Lymphknotenbefall (Stadium Ia: bis 10 %, Stadium Ib: bis 30 %) sowie der Invasion von Lymph- oder Blutgefäßen sowie Ovarialmetastasen. Die primäre Tumorgröße hat ebenfalls Einfluss. Bei einem Durchmesser des Primärtumors über 2 cm steigt das Risiko für Lymphknotenmetastasen bis 18 % der Fälle. Typ-II-Karzinome zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch schon bei geringem uterinem Befall rasch in Lymph- und Gefäßbahnen einbrechen und früh Adnex- bzw. Fernmetastasen setzen. Demensprechend weisen Typ-II-Karzinome eine wesentlich schlechtere Prognose auf.
    Molekulare Marker und Rezeptoren wurden im Kapitel „Histopathologische Diagnostik“ erwähnt.
    Ob das Alter ein unabhängiger Risikofaktor ist, konnte noch nicht eindeutig belegt werden. Unumstritten ist jedoch, dass Typ-II-Karzinome bevorzugt im höheren Alter auftreten. Frauen mit afrikanischem ethnischen Hintergrund haben gegenüber Frauen mit kaukasischem Hintergrund ein höheres Risiko für undifferenzierte und Typ-IITumoren.