Die Nachsorge dient zur Früherkennung allfälliger noch symptomloser oder symptomarmer Rezidive. Dies kann besonders im Falle umschriebener lokaler Rezidive im Hinblick auf einen kurativen Therapieansatz wichtig sein. Die meisten Rezidive treten in den ersten drei Jahren nach der Primärtherapie auf. Risikofaktoren für ein Rezidiv werden durch die oben genannte klinische, operative und histopathologische Klassifikation in Low-Risk, Intermediate-Risk, High-Risk vorweggenommen. Allgemein beträgt die Rezidivrate für Low-Risk-Fälle im Stadium I weniger als 3 %, sie steigt bei Intermediate-Risk auf bis zu 15 % an. High-Risk-Fälle haben ein deutlich höheres Risiko, ein Rezidiv zu erleiden. Zu beachten ist weiters, dass in bis zu 10 % der Fälle Zweitmalignome, insbesondere Mammakarzinome, gesehen werden. Es ist daher im Rahmen der Nachsorge auch auf ein adäquates Mammakarzinom-Screening zu achten.
Es gibt allerdings keinen durch die internationale Literatur gesicherten Vorteil für klinische Nachsorgemodelle hinsichtlich des Gesamtübelebens. Dennoch werden derartige Modelle in fast allen Kliniken geübt. Eine Übersicht für Österreich wurde von der AGO vorgeschlagen (Tab. 10).
klinisch sind besonders zu beachten: Schmerzen, genitale Atrophieerscheinungen, postradiogene Veränderungen (Vagina, Blase, ableitende Harnwege), Dyspareunie, Lymphödeme, Nierenstauung. Eine weiterführende gezielte Bildgebung ist nur bei entsprechender Symptomatik angezeigt.
Neben der klinischen Untersuchung sollte auch auf die psychologische Situation der Patientin eingegangen und gegebenenfalls gezielte Angebote psychoonkologischer Behandlungsmöglichkeiten gemacht werden.


