HPV-Impfstoffe: 70 % Prozent aller Zervixkarzinome werden durch die HPV-Subtypen 16 und 18 ausgelöst. Die HPV-Impfstoffe (Tab. 1) sind gentechnisch hergestellte prophylaktische Totimpfstoffe. Sie weisen nur leere Virushüllen (virusähnliche Partikel), jedoch keine onkogenen HPV-DNA-Viren auf. Bislang wurden weltweit ca. 60 Mio. Impfungen durchgeführt. Die Impfung gilt als effektiv und sicher (FUTURE II study group 2007; Paavonen et al., 2007). Persistierende HPV-Infektionen gegen die HPVDNA-Viren der entsprechenden Impfstoffe werden in 95–100 % der Fälle verhindert. Gleiches trifft für die entsprechenden CIN-Veränderungen zu. Die HPV-Impfung führt zu einem hohen und über viele Jahre anhaltenden Anstieg der entsprechenden HPVAntikörper im Serum, als Ausdruck einer Immunantwort (Serokonversion) und im Zervixschleim, d. h. am Ort der Infektion. Vergleichbar hohe Antikörpertiter kommen bei einer natürlichen Infektion nicht vor. Besteht zum Zeitpunkt der Impfung eine aktuelle Infektion gegen ein im Impfstoff enthaltenes Virus (z. B. HPV 18), ist die Impfung gegen diesen Subtyp nicht effektiv. Als seltene Nebenwirkungen können Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und leichtes Fieber auftreten. Um den höchsten Effekt der Impfung zu erzielen, ist es sinnvoll, möglichst vor Beginn der sexuellen Aktivität („HPV-naiv“) im jungen Lebensalter (9.–12. Lebensjahr) zu impfen. Auch junge Frauen bis zu einem Alter von ca. 45 Jahren profitieren von einer HPV-Impfung, ebenso jene mit Zustand nach Konisation. Die HPV-Impfung weist keinen therapeutischen Effekt auf, wenn aktuell eine Läsion an der Zervix (z. B. CIN II) besteht. Es ist nicht indiziert, vor der HPV-Impfung eine HPV-Virustypisierung der Zervix vorzunehmen oder die spezifischen Serum-Antikörpertiter zu bestimmen.
Neben der Reduktion von invasiven Zervixkarzinomen führt die HPV-Impfung auch zu einer Reduktion präinvasiver Läsionen der Vulva (VIN) und der Vagina (VAIN) (Joura et al., 2007). Durch eine Reduktion von CIN wird die Rate an Konisationen und damit jene an Frühgeburten reduziert. Es ist anzunehmen, dass es durch die Anwendung des HPV-Impfstoffs bei Knaben auch zu einer Reduktion der Karzinome des Penis, des Anus, des Oropharynx und des Larynx kommt.


