Reihenuntersuchung mittels Zellabstrich und Kolposkopie: Der Befund des Zellabstrichs (siehe Tab. 2 und 3) liefert eine Verdachtsdiagnose und darf allein nicht zu therapeutischen Konsequenzen führen. Vor jeder Operation ist eine histologische Abklärung mittels Biopsie bzw. Zervikalkanalkürettage indiziert.
Unter Berücksichtigung der HPV-Infektion werden in der Bethesda-Klassifikation zervikaler Zytologiebefunde alle HPV-assoziierten Veränderungen (Kondylome, Papillome etc.) und CIN I (CIN = zervikale intraepitheliale Neoplasie) zusammen als Low Grade Squamous Intraepithelial Lesions (LG-SIL) klassifiziert und den High Grade Squamous Intraepithelial Lesions (HG-SIL), die CIN-II-und CIN-III-Veränderungen umfassen, gegenübergestellt.
Mit Kolposkopie wird die Auflichtmikroskopie bzw. Betrachtung der Portiooberfläche und des einsehbaren Anteils des Zervikalkanals mit 6- bis 12-facher Vergrößerung bezeichnet. Nach Abnahme der Zytologie wird die Portio mit 3- bis 5%iger Essigsäure
zur Schleimfällung betupft, danach erfolgt eine genaue Kolposkopie. Verdächtig sind v. a. essigweiße Bezirke. Anschließend werden eine Schiller-Jodprobe mit Kaliumjodidlösung und eine zweite Kolposkopie vorgenommen. Kolposkopisch auffällige und damit biopsiepflichtige Befunde sind v. a.: Tumorexophyt, Erosion, Ulkus, Keratose/Leukoplakie. Die Kolposkopie ist v. a. zur Therapieplanung einer Exzisionstherapie essenziell (siehe Tab. 2).
Hochrisiko-hPV-Test der Cervix uteri: Multiple Studien haben sich mit der Sensitivität des HPV-HR-Tests für die Erkennung von CIN und Zervixkarzinom beschäftigt. Eine Screeningstudie an mehr als 10.000 Patientinnen hat für die HPV-HR-Testung eine deutlich höhere Sensitivität als für die Zytologie ergeben (95 vs. 55 %) (Mayrand et al., 2007). Die HPV-Testung gewinnt zunehmend an Bedeutung und Akzeptanz. Eine HPV-HR-Testung vor dem 30. Lebensjahr ist nicht sinnvoll, da in dieser Altersgruppe die Prävalenz ohne klinische Relevanz zu hoch ist. Solange jedoch das Screening, z. B. in Österreich, nach wie vor ein rein opportunistisches ist und nur ca. 50–60 % der Patientinnen zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr daran teilnehmen, erscheint die Beibehaltung der zytologischen Vorsorge gerechtfertigt. In Deutschland erfolgt ab dem 30. Lebensjahr eine HPV-HR-Testung.




