Manual der gynäkologischen Onkologie

VII. Zervixkarzinom

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7.4. Diagnostik

4.1 Klinische Hinweise

  • bei älteren Patientinnen oft keine Symptome
  • Kontaktblutungen typischerweise postkoital bzw. Metrorrhagien oder Blutung in der PostmenopauseFluor oft bräunlich oder blutig tingiert, häufig übel riechend
  • Dysurie und Pollakisurie durch Harnweginfekt, Ureterkompression bzw. -infiltrationoder Harnblaseninfiltration; typisch wäre ein Klopfschmerz der Nierenlager
  • Schmerzen im Beckenbereich, Lumbalgien (Infiltration des Plexus sacralis, rezidivierende Pyelonephritis durch Harnstau)
  • Obstipation (durch Rektumkompression bzw. -infiltration)
  • Schwellung einer/beider unteren Extremität/-en (Lymphstau, Thrombose)
  • Hustenreiz, Knochen- bzw. Oberbauchschmerzen bei Lungen-, Skelett- und Lebermetastasen

4.2 Klinisches Staging

Tab. 5: FIGO-Stadieneinteilung
Tab. 5: FIGO-Stadieneinteilung

Tumorausbreitung: Die Ausbreitung per contingentatem und coninuitatem betrifft Parametrien, Vagina, Corpus uteri, seltener Harnblase und Rektum. Das Zervixkarzinom bleibt üblicherweise lange auf das Becken beschränkt. Die lymphogene Ausbreitung erfolgt in die pelvinen und paraaortalen Lymphknoten. Eine direkte Metastasierung in die paraaortalen Lymphknoten via Ligg. infundibulopelvica ohne vorherigen Befall der pelvinen Lymphknoten ist sehr selten. Extrem selten ist ein primärer Befall inguinaler, mediastinaler oder supraklavikulärer Lymphknoten. Die Entwicklung von Fernmetastasen in die Lunge und seltener in das Skelettsystem oder die Leber erfolgt spät.
Die intraperitoneale Ausbreitung erfolgt via Zellabschilferung; im FIGO-Stadium Ib–IVa wird primär bei 5 % intraperitoneales Tumorwachstum dokumentiert (Podczaski
et al., 1989).

Das Figo-Staging erfolgt klinisch und nicht chirurgisch (siehe Tab. 5). Zwischen dem klinischen Staging und der tatsächlichen intraoperativen Tumorausbreitung bestehen Unterschiede zwischen 24 % (Stadium Ib) und 67 % (Stadium IVa). Für das klinische FIGO-Staging stellen der gynäkologische vaginale und rektale Tastbefund – vorzugsweise in Narkose – sowie die Spekulumuntersuchung und Biopsie/Zervikalkanalkürettage die Grundlage dar. Die Qualität des Befunds hängt sehr von der Erfahrung des Untersuchers ab. Bei der Beurteilung müssen die Ausdehnung des Tumors in der Vagina durch die Kolposkopie genau festgelegt und die vaginalen Tumorgrenzen ggf. durch Biopsien bestätigt werden.
Ein MRT-Befund mit parametranem Befall oder ein CT/MRT mit vergrößerten pelvinen/paraaortalen Lymphknoten verändern die FIGO-Stadieneinteilung genausowenig wie das Vorliegen paraaortaler Lymphknotenmetastasen in der definitiven Histologie!

4.3 Histologie

Tab. 6: Histologische Diagnosen der Malignome der Zervix
Tab. 6: Histologische Diagnosen der Malignome der Zervix

Die histopathologischen Diagnosen und deren klinische Bedeutung sind in der Tab. 6 dargestellt.