Die meisten Rezidive/Metastasen des Zervixkarzinoms werden in den ersten 3 Jahren nach Diagnosestellung diagnostiziert.
Rezidiv-/Metastasendiagnostik: Rezidive treten insbesondere im Becken auf. Die Diagnose von Rezidiven/Metastasen erfolgt meist auf der Basis folgender klinischer Hinweise bzw. Untersuchungen:
- klinische Symptome (Schmerzen, Blutungen, Fluor, Schwellungen?)
- äußere körperliche Untersuchung (Schwellung des Abdomens, der unteren Extremität bzw. von Lymphknoten, Klopfschmerz der Nierenlager?)
- gynäkologische Untersuchung (sichtbarer und/oder tastbarer Tumor?)
- Nierenabklärung (Harnstau?); die frühe Diagnostik eines Harnstaus (Rezidiv, Ureterstenose, Ureterstriktur) kann den Funktionsverlust der Niere, der v. a. palliativzytostatische Therapiemöglichkeiten beschränken würde, verhindern
- evtl. SCC-Tumormarker-Erhöhung beim Plattenepithelkarzinom
- CT des Abdomens und Beckens oder PET-CT bei Rezidivverdacht
- MRT des Beckens bei Rezidivverdacht
- Zervikalkanalkürettage/Biopsie bei Tumorpersistenz/Vaginalrezidiv bzw. Tru-cut-Punktion bei Beckenrezidiv, CT-gelenkte Punktion
- Thoraxröntgen bei Rezidivverdacht
- bei Verdacht auf Knochenmetastasen Skelettröntgen, Knochenszintigraphie, MRT
Palliative Behandlung beim Rezidiv oder bei Metastasen des Zervixkarzinoms:
Prinzipiell ist jede Therapie im Rezidivfall bzw. bei Metastasen als Palliativtherapie einzustufen. Definitive Heilungen sind sehr selten (ca. 20 %) und können am ehesten bei einem isolierten zentralen Rezidiv am Scheidengrund oder bei Tumorpersistenz nach primärer Radiotherapie beobachtet werden. Ist bereits primär oder adjuvant eine Strahlentherapie erfolgt und treten im Beckenbereich ein Rezidiv bzw. eine Progression auf, ist die Wahrscheinlichkeit des Ansprechens auf eine Rezidivradiotherapie und auch zytostatische Therapie deutlich reduziert. In Einzellfällen kann eine Resektion mit intraoperativer Radiotherapie erwogen werden.


