Manual der gynäkologischen Onkologie

VIII. Vaginalkarzinom

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8.2. Klinische Symptomatik und Diagnose

    Die präinvasive Form des Vaginalkarzinoms verläuft in aller Regel symptomlos. Nur selten ist die Vaginalzytologie ein erstes Hinweiszeichen für ein Vaginalkarzinom im präinvasiven Stadium. Diese Veränderungen treten oft gemeinsam mit zervikalen
    intraepithelialen oder vulvären intraepithelialen Neoplasien (CIN oder VIN) auf. Klinisch zeigen sich das Bild einer rötlichen oder weißlichen Veränderung des Plattenepithels im Sinne eines essigweißen Epithels der Zervix oder auch Mosaikbildung, Punktierung oder Ulzerationen. Am wichtigsten für die Früherkennung ist die Inspektion der Vaginalhaut als integrativer Bestandteil jeder gynäkologischen Untersuchung. Besonderes Augenmerk ist darauf zu legen, dass bei Verwendung der beliebten Entenschnäbel oft auf die Inspektion der Vaginalhaut vergessen wird.


    Im invasiven Stadium
    und auch bei größeren Tumoren steht die vaginale Blutung als Leitsymptom im Vordergrund. Zusätzlich kann es auch zu einem übelriechenden chronischen Fluor kommen. Erst in weit fortgeschrittenen Stadien kommt es zu Schmerzen und Infiltration der Nachbarorgane, vor allem der Blase mit Ausbildung von vesikovaginalen Fisteln oder hin zum Rektum mit Ausbildung von Rektovaginalfisteln.

    Die Sicherung der klinischen Verdachtsdiagnose erfolgt durch eine gezielte Biopsie, die Zytologie alleine ist hier nicht ausreichend. Die Biopsie erfolgt unter kolposkopischer Sicht. Neben der obligaten gynäkologischen Untersuchung inklusive der rektalen Palpation zur Beurteilung der Infiltration des Parakolpiums und der Rektummukosa gehört auch die Zystoskopie und die Rektoskopie. Fakultativ sollte ein Röntgen des Thorax, eine Lebersonographie, die Sonographie des Genitaltraktes und des harnableitenden Traktes durchgeführt werden. Eine MRT-Untersuchung ist hilfreich zur Abgrenzung gegenüber dem Harntrakt und dem Rektum, eine CT-Untersuchung des Abdomen ist in Abhängigkeit des klinischen Stadiums mit der Fragestellung nach vergrößerten Lymphknoten zu überlegen.