Manual der gynäkologischen Onkologie

X. Schwangerschaftsbedingte Trophoblasterkrankungen

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10.1. Risikofaktoren und Epidemiologie

    Die Inzidenz der GTN variiert weltweit stark. Die Inzidenz von partiellen und kompletten Molen wird zwischen 23 und 3.000/100.000 Schwangerschaften angegeben. Das Risiko für eine Molenschwangerschaft beträgt in Japan 2/1.000 Schwangerschaften gegenüber 0,6–1,1/1.000 Schwangerschaften in Europa und den USA. Es wird vermutet, dass das niedrigere Risiko für GTNs in Europa durch diätetische Unterschiede bedingt ist. Die Inzidenz des Chorionkarzinoms beträgt 0,5–1/20.000 Geburten. Der PSTT ist sehr selten.

    Das Risiko für eine Molenschwangerschaft ist vom Alter abhängig. Junge Schwangere (< 20 Jahre) und Schwangere > 35 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Molenschwangerschaft. Interessanterweise hat das paternale Alter keinen Einfluss auf das Entstehen einer Molenschwangerschaft. Weiters wird eine mögliche Risikoerhöhung durch eine künstliche Befruchtung vermutet. Dieser Effekt ist aber möglicherweise auch durch das im Mittel erhöhte Alter der Betroffenen erklärbar. Weitere Risikofaktoren sind Nikotinabusus, eine Infertilitäts- bzw. Subfertilitäts-Anamnese, Nulliparität und möglicherweise die Verwendung von oralen Kontrazeptiva. Frauen mit den Blutgruppen B und AB sind aus unbekannten Gründen gefährdeter als solche mit den Blutgruppen A oder 0.
    Der wichtigste Risikofaktor für das Auftreten einer GTN ist eine GTN in der Eigenanamnese. So haben Frauen mit vorangegangener Molenschwangerschaft ein 20- bis 30-fach erhöhtes Risiko für eine neuerliche Molenschwangerschaft. Frauen nach einer Molenschwangerschaft haben eine ungefähr 1%ige Rezidivwahrscheinlichkeit, nach 2 Molenschwangerschaften eine ungefähr 16- bis 28%ige.