Histologisch können 4 verschiedene Typen von GTNs unterschieden werden:
- hydatiforme Mole (komplett oder partiell); diese Molen machen 89 % der GTNs aus
- invasive Mole
- Chorionkarzinom
- PSTT
10.2.1 Hydatiforme Mole
Die komplette und die partielle hydatiforme Mole unterscheiden sich durch ihren Karyotypen, die Morphologie, die Histologie und ihre klinischen Erscheinungsbilder.
Komplette Mole: Embryonales/fetales Gewebe, Dottersack, Amnion oder fetale Gefäße fehlen. Es besteht eine generalisierte, traubenartige zystische (d. h. hydatiforme) Degeneration des Stromas der Chorionzotten sowie eine diffuse Hyperplasie des Trophoblasten.
In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle liegt ein diploider Chromosomensatz des Karyotyps 46,XX vor, in den verbleibenden Fällen meist ein 46,XY-Karyotyp. Bemerkenswert ist, dass beide Chromosomensätze väterlichen Ursprungs sind. Dieses Phänomen kann durch die Befruchtung einer „leeren“ Eizelle (d. h. mit fehlenden oder inaktiven mütterlichen Chromosomen) mit einer haploiden Samenzelle und nachfolgender Endoreplikation erklärt werden (homozygote 46,XX-Molen) oder durch die Fertilisierung eine leere Eizelle durch 2 haploide Samenzellen (heterozygote 46, XY oder 46, XX-Molen). Auch aneuploide Molen kommen vor. Selten sind komplette Molen diploid und enthalten Chromosomen von beiden Eltern. Dieser Karyotyp wird bei Patientinnen mit wiederkehrenden hydatiformen Molen gefunden. In diesen Fällen wird eine zugrunde liegende, für eine Molenschwangerschaft prädisponierende, autosomal-rezessive Kondition angenommen.
Partielle Mole: Embryonales/fetales Gewebe ist vorhanden, wobei mitunter nur fetale Gefäße oder Amnion vorhanden sein können. Die zystischen Veränderungen der Chorionzotten sind fokal und weniger stark ausgeprägt und zeigen geringe Hyperplasien ohne Atypien des umgebenden Trophoblastengewebe, auch normal erscheinende Chorionzotten kommen vor. In ca. 90 % der Fälle sind partielle Molen triploid (69,XXX-, 69,XXY- oder selten 69,XYY-Karyotyp) und entstehen meistens durch die
Fertilisierung einer Eizelle mit einem haploiden mütterlichen Chromosomensatz durch 2 Samenzellen (2 haploide väterliche Chromosomensätze). In den restlichen 10 % kommt eine Vielzahl von anderen Karyotypen vor.
10.2.2 Invasive Mole
Die invasive, destruierende hydatiforme Mole entspricht histologisch der kompletten Mole, wobei zusätzlich eine Invasion ins Myometrium vorliegt und in manchen Fällen auch eine Metastasierung beobachtet wird.
10.2.3 Chorionkarzinom
Das Chorionkarzinom ist ein hochmaligner epithelialer Tumor. Er kann sich aus jeder Art von Trophoblastgewebe entwickeln (Molenschwangerschaft, Abortus, ektopische Schwangerschaft, Frühgeburt oder normale Termingeburt). Histologisch finden sich Schichten von anaplastischem Zytotrophoblast und Synzytiotrophoblast ohne Chorionzotten. Intermediärtrophoblast kann vorkommen, ausgeprägte Nekrosen, Blutungen und Gefäßinvasion sind häufig. Die meisten Chorionkarzinome treten nach einer Molenschwangerschaft auf und sind aneuploid. Postmolare Chorionkarzinome bestehen ausschließlich aus väterlicher DNA, Chorionkarzinome nach einer normalen Schwangerschaft beinhalten Chromosomen von beiden Eltern, ident dem Fetus.
10.2.4 Placental Site Trophoblastic Tumor (PSTT)
Der PSTT ist ein seltener maligner Tumor, der vom Intermediärtrophoblasten abstammt, dessen Aufgabe die Verankerung der Plazenta im mütterlichen Gewebe ist. PSTTs machen etwa 0,2 % der GTNs aus. Histologisch besteht ein typisches Muster von das Myometrium infiltrierenden mononukleären Zellen mit Proliferation des intermediären Zytotrophoblasten. Die meisten PSTTs sind diploid.

