Manual der gynäkologischen Onkologie

Hycamtin®

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Hycamtin® bei Bronchialkarzinom und gynäkologischen Malignomen

Neue Entwicklungen zu etablierter Second-Line-Option
Topotecan wirkt als Hemmer der Topoisomerase-I, eines für die DNA-Replikation und damit die Zellteilung essenziellen Enzyms. In der Synthese-Phase des Zellzyklus kommt es in der Folge zu irreparablen DNA-Doppelstrangbrüchen und zum Absterben der Zellen. Ruhende Zellen (gesunde und krankhafte) werden durch Topotecan nicht geschädigt. 

Bei kleinzelligem Bronchialkarzinom (SCLC) nun auch oral verabreichbar:
In der Onkologie bieten orale Therapien erhebliche Vorteile und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der bereits seit 2006 zur i. v. Therapie des rezidivierten SCLC als etablierte Option zur Verfügung stehende Wirkstoff Topotecan (Hycamtin®) wurde 2008 durch die Europäische Kommission auch in einer oralen Verabreichungsform zugelassen. In der Zulassungsrelevanten multizentrischen randomisierten Phase-III-Studie (O’Brien M.E.R. et al., J Clin Oncol 2006; 24:5441-5447) betrug die mediane Gesamtüberlebenszeit für Topotecan-Hartkapseln plus BSC 25,9 Wochen vs. 13,9 Wochen unter alleiniger BSC (p = 0,0104, Hazard-Ratio = 0,64),
was etwa einer Verdopplung entspricht.

In Kombination mit Cisplatin als neuer Standard in der Therapie des fortgeschrittenen Zervixkarzinoms:
In einer randomisierten Phase-III-Studie mit 293 Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom (Long H. J. et al., Journal of Clinical Oncology 2005) zeigte Topotecan in Kombination mit Cisplatin eine Verlängerung des medianen Überlebens von 6,5 auf 9,4 Monate im Vergleich zu Cisplatin allein, und das bei vergleichbarer Lebensqualität.

In der Rezidivtherapie des Ovarialkarzinoms hat Topotecan bei mehr als 1.000 Patientinnen in publizierten Phase-III-Studien nicht nur die Wirksamkeit als Monotherapie unter Beweis gestellt, sondern auch eine additive oder synergistische Wirkung mit anderen Zytostatika.

Im Nebenwirkungsprofil ist die subjektiv gute Verträglichkeit hervorzuheben, es kommt zu keinen kumulativen Toxizitäten und keinen signifikanten Organtoxizitäten. Hämatotoxizität ist von kurzer Dauer, nicht kumulativ und meist ohne klinische Relevanz.


Indikationen:

• Bei metastasierendem Ovarialkarzinom nach Versagen einer Primär- oder Folgetherapie ist Topotecan als Monotherapie angezeigt.
• Bei rezidiviertem Zervixkarzinom nach Strahlentherapie und im Stadium IVB der Erkrankung ist Topotecan zur Kombinationstherapie mit Cisplatin angezeigt.
• Bei rezidiviertem kleinzelligen Bronchialkarzinom (SCLC) ist Topotecan zur Monotherapie bei PatientInnen angezeigt, die für eine Wiederbehandlung mit dem in der Primärtherapie verwendeten Behandlungsschema nicht geeignet
sind.

Darreichungsformen:
- Hycamtin® 4 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung (Durchstechflasche)
- Hycamtin® Hartkapseln 0,25 mg (10 Stk.) bzw. 1 mg (10 Stk.)

Beide orale Formen sind nur für die Indikation SCLC zugelassen

 

Fachkurzinformation Hycamtin®

HYCAMTIN 1 mg Pulver zur Herstellung eines Infusionslösungskonzentrats; HYCAMTIN 4 mg Pulver zur Herstellung eines Infusionslösungskonzentrats;
HYCAMTIN 0,25 mg Hartkapseln; HYCAMTIN 1 mg Hartkapseln.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung: HYCAMTIN 1 mg: Jede Durchstechflasche enthält 1 mg Topotecan (als Hydrochlorid), mit einer 10%igen Überfüllung. HYCAMTIN 4 mg: Jede Durchstechflasche enthält 4 mg Topotecan (als Hydrochlorid). Sonstige Bestandteile:Weinsäure (E334),Mannitol (E421), Salzsäure (E507), Natriumhydroxid; HYCAMTIN 0,25 mg Hartkapseln: Jede Kapsel enthält Topotecanhydrochlorid entsprechend 0,25 mg Topotecan. HYCAMTIN 1 mg Hartkapseln: Jede Kapsel enthält Topotecanhydrochlorid entsprechend 1 mg Topotecan. Sonstige Bestandteile:Hydriertes Pflanzenöl, Glycerolmonostearat,Gelatine,Titandioxid (E171), Hycamtin 1mg Hartkapseln auch noch Eisen(III)-oxid (E172); Schwarze Tinte bestehend aus Eisen(II,III)-oxid (E172), Schellack, wasserfreies Ethanol, Propylenglykol, 2-Propanol, Butanol, konzentrierte Ammoniak-Lösung und Natriumhydroxid. Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere antineoplastische Mittel: ATC-Code: L01XX17. Anwendungsgebiete: HYCAMTIN Pulver zur Herstellung eines Infusionslösungskonzentrats: Als Monotherapie ist Topotecan angezeigt zur Behandlung von: - Patientinnen mit metastasierendem Ovarialkarzinom nach Versagen einer Primär- oder Folgetherapie. - Patientinnen und Patienten mit rezidiviertem kleinzelligen Lungenkarzinom [SCLC], die für eine Wiederbehandlung mit dem in der Primärtherapie verwendeten Behandlungsschema nicht geeignet sind. - In Kombination mit Cisplatin ist Topotecan angezeigt zur Behandlung von Patientinnen mit Zervixkarzinom im Rezidiv nach Strahlentherapie und von Patientinnen im Stadium IVB der Erkrankung. Patientinnen, die vorher Cisplatin erhalten hatten, benötigen ein längeres behandlungsfreies Intervall, um die Behandlung mit dieser Kombination zu rechtfertigen. HYCAMTIN Hartkapseln: Als Monotherapie
sind HYCAMTIN Kapseln angezeigt zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit rezidiviertem kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC), die für eine Wiederbehandlung mit dem in der Primärtherapie verwendeten Behandlungsschema nicht geeignet ind. Gegenanzeigen: HYCAMTIN ist kontraindiziert bei - Patienten mit einer Vorgeschichte von schwerer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. – Stillenden. - Patienten mit bereits vor Beginn des ersten Zyklus bestehender schwerer Knochenmarkdepression, bei einer Neutrophilenzahl von < 1,5 x 109/l und/oder Thrombozytenzahl von ?100 x 109/l. Zulassungsinhaber: SmithKline Beecham plc, 980 Great West Road, Brentford, Middlesex, TW8 9GS, Vereinigtes Königreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Zulassungsnummern: Durchstechflaschen mit 1 mg Hycamtin: 5 Durchstechflaschen: EU/1/96/027/004; 1 Durchstechflasche: EU/1/96/027/005; Durchstechflaschen mit 4 mg Hycamtin: 5 Durchstechflaschen: EU/1/96/027/001; 1 Durchstechflasche: EU/1/96/027/003. Hartkapseln 0,25 mg Hycamtin: EU/1/96/027/006; Hartkapseln 1 mg Hycamtin: EU/1/96/027/007.Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation.